Auslandhund ist nicht = Hund vom Züchter

Seit ich denken kann, faszinieren mich Tiere, Pferde Katzen und vor allem aber Hunde.
Vieles hat mich mein erster Hund Rocky gelehrt, ein Weisser Schäferhund Rüde der genau wusste was er will.
Erfahrungen mit grossen, kleinen, wilden und auch sanften Hunden sammelte ich bereits im Kindesalter, viele Hunde im Dorf habe ich ausgeführt und Zeit mit ihnen verbracht.
Mit dem Einzug meiner Hündin sammelte ich die ersten Erfahrungen mit Auslandhunden.



Einen sehr wichtiger Satz für mich sagte mir mein Hundetrainer Ausbilder während meiner Ausbildung:“  Zweifle nicht an deinen Fähigkeiten,
denn sie sind in dir.
Du musst sie nur wecken
und wachse mit deinen Erfahrungen zur Perfektion,
so gut wie wir Menschen es machen können.


Unser erstes Diskusions Thema:


Auslandhund ist nicht = Hund vom Züchter


Kaum ein Mensch kommt auf die Welt und versteht den Hund, denn wir sind Menschen und sie sind Hunde. Der Hund wird nicht lernen die Menschen Sprache zu sprechen, jedoch besitz der mensch die Fähigkeit die Sprache der Hunde zu erlernen.
„Jööö ist das ein süsser Hund“ so klingt es Anfangs oft wenn man ein Bild eines Ausland Tierschutzhundes sieht. Nach einigem hin und her schreiben ist der Vertrag unterzeichnet und der Hund wird aus dem Ausland her geholt und dann heisst es plötzlich ganz schnell „ Hilfe mein Hund hat vor allem Angst, auch vor mir.“

Auslandhunde sind Hunde mit Vergangenheit, sie sind nicht wie Züchterhunde in behüteten Welpenzimmern auf die Welt gekommen.


Viele Tierschutzhunde, egal ob aus einem Inland Tierheim oder aus dem Ausland, haben Ängste, die einen mehr die anderen weniger. Die meisten von ihnen haben schon schlimmes gesehen und erlebt.
Hier fängt das Hundeverständnis an. Ein Auslandhund wird viele Stunden transportiert, kommt in eine ihm völlig unbekannte Welt mit fremden Gesichtern, neuen Gerüchen und dann wird er auch noch in 4 Wände gesperrt, was so gut wie kein Ausland-Tierschutzhund kennt.
Die Ängste dieser Hunde können in allen möglichen Situationen ausgelöst werden, sei es ein Schatten, ein Geräusch welches er mit etwas schlechtem verbindet, oder auch nur das Niesen oder Husten eines Menschen.

Haben sie sich entschieden einen Auslandhund zu sich zu holen, denken sie daran, dass dieser Hund seine Vergangenheit in seinem Köfferchen mitbringt.


Nach einem langen Transport sollte man seinem neuen Familienmitglied vor allem eins geben: ZEIT. So süss der Hund auch sein mag, bedrängen sie ihn nicht, lassen sie ihn alles genau beschnüffeln und untersuchen, wenn er sich irgendwo hinlegt und schlafen möchte, lassen sie ihn schlafen, er hat eine lange anstrengende Reise hinter sich.


Versetzen sie sich in die kleine Seele der Fellnase und haben Sie Geduld mit ihrem neuen Schützling.
Es ist nicht das Wichtigste ihm alles so schnell wie Möglich zu zeigen, das Wichtigste ist erst mal Vertrauen und Geborgenheit, denn wenn ihnen ihr neuer Freund vertraut wird alles viel einfacher gehen beim Kennenlernen von neuen Dingen und Situationen.


Die ersten Tage sollten keine ewig langen Spaziergänge unternommen werden, denn Tierschutzhunde aus dem Ausland haben meist nur wenig Muskulatur welche erst aufgebaut werden muss, zudem könnte es passieren dass der Hund mit Reizen überflutet wird und es so ein unerwünschtes Verhalten beim Hund auslösen könnte.
Bedenken sie, dass ihr neues Familienmitglied es nicht kennt in einer Wohnung zu sein, bis anhin machte er irgendwo hin, dies wird er vermutlich auch in der Wohnung machen. Gehen Sie die ersten Tage regelmässig mit ihm raus ( 2 Stunden Takt ) und loben sie ihn für sein Draussen verrichtetes Geschäft. Sollte es doch mal passieren, dass er in die Wohnung macht, bestrafen sie den Hund nicht, er kennt es nicht anders und würde nicht verstehen.


Man sollte den Hund auch nicht mit gut gemeinter Liebe bedrängen, ist die Zeit reif, wird er sich diese bei euch abholen.



Bevor ich die Diskussion zum Thema eröffne noch mein Schlusswort:


Bevor ihr mit X beliebigen Hundesportarten beginnt wie Agility, Dogdace, Begleithund etc. baut das Vertrauen auf zwischen euch und eurem neuen Freund, ist das Vertrauen erst mal da werden Mensch und Hund,  in einem eventuellen Training viel mehr Freude haben.


Ich freue mich auf eine interessante Diskussionsrunde, bleibt bitte nett miteinander und akzeptiert auch mal andere Meinungen.


Liebe wuffige Grüsse aus dem Hundecoach Rudel

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Kommentare: 1
  • #1

    Anna P. (Freitag, 04 Dezember 2015 00:35)

    Guten Tag liebe Hundfreunde,
    das Thema - Auslandhund ist nicht = Hund vom Züchter - ist für mich zu plakativ und polarisiert. Nicht alle Hunde vom Züchter sind wohlbehütet vermehrt, aufgezogen und verkauft worden. Nicht jeder Auslandhund hat nur die Hölle auf Erden erlebt. Nicht alle Hunde aus dem Tierschutz sind Mischlinge, Rassehunde waren in ihren Anfängen auch Designer-Hunde wie die heutigen Designer Dogs, die dem Bedarf des heutigen Zeitgeistes unterworfen sind, d.h. konkret, es findet keine natürliche Selektion statt sondern des Menschen Eitelkeit und Bequemlichkeit muss entsprochen werden. Das ist der Zeitgeist der Moderne. Leider gibt es auch Länder wie Rumänien, die sich diesen Luxus nicht leisten können. Diese Menschen halten sich aber auch Hunde und dies so lange wie wir. Hunde vermehren sich dort zum grössten Teil noch frei und sind der natürlichen Selektion unterworfen, d.h. der Fitteste überlebt. Aber hier liegt nicht das Problem und es ist auch nicht das Thema. Produziert wird weltweit und als domestiziertes Tier kann der Hund ohne die Fürsorge des Menschen nicht überleben. Hundehaltung wie wir sie in der modernen Gesellschaft betreiben, bedeutet nicht, dass der Hund nur bei uns das glücklichste Dasein hat. Überversorgte, unerzogene, mit Anforderungen und Aktivitäten überforderte, mit Fastfood gestopfte und mit Chemiebomben belastete, isoliert gehaltene Hunde, die den Einflüssen der Ängsten der Menschen ausgesetzt sind, prägt unsere Gesellschaft. Der Hund ist zum Sozialpartner ernannt worden. Der Hund hat die Funktion die zwischenmenschliche Leere zu füllen. Und hier fangen die Probleme an. Was für Hunde halten wir uns? Den hochspezialisierten Rassehund, der auch an Deprivationsschäden leidet kann, (der Züchter handelt nicht immer nur aus selbstloser Tierliebe, denn auch hier regiert das Geld, Prestige und die Eitelkeit) und infolgedessen wird auch solch ein vermehrter Hund traumatisiert, oder nicht? Oder den orginellen Multi-Mix, der je nach Herkunftsland ebenso z.b. ein hochspezialisierter Jagdhund sein kann oder ein in seiner Genvielfalt gesunder Allrounder, der seit Gedenken in diesen Ländern als genügsamer Hofhund (wie in Rumänien) über Generationen bei menschlicher Fürsorge auch alt und greise geworden ist. Was motiviert den Einzelnen sich einen Hund anzuschaffen? Ist es das kurzlebige Gefühl des Mitleids, das beim Anblick eines kranken Tieres zu verspüren ist, oder beim Anblick eines Welpen uns in ein Dauergrinsen verfallen lässt und uns so Aufschreie entlockt wie "jä wie härzig, i wott ou so ne schnüggu ...."? Dies nennt man in der Psychologie Kindchenschema, auch ein Grund wieso so viele Rassehunde unter den Begriff Qualzucht fallen und die Tiere auch ein Leben lang unter dieser Anomalie qualvoll leiden müssen, Atemnot ist eine Auswirkung von vielen. Und ein Leben lang immer kurz vor dem Erstickungstod zu sein, traumatisiert auch. Für viele sicher auch neu ist die Tatsache, dass unvermittelbare Hunde auch in hiesigen Tierheimen eingeschläfert werden. Was heisst das -unvermittelbar? Und hier fängt die Herausforderung an! Was für Unterstützung braucht der Hund damit er für uns ein angenehm in unserer intoleranten Gesellschaft einzugliedernder Sozialpartner werden kann? Und diese Frage ist ein Widerspruch in sich! Es wird nicht nach den Bedürfnissen des Hundes gefragt. Nein, der Hund hat zu funktionieren - früher nannte man dies von nutzen sein - dem Menschen von nutzen sein. Eigentlich ein legitimer Anspruch unter der Voraussetzung der Hund wird mit Respekt und der nötigen Fürsorge begegnet, denn wir haben den Hund domestiziert, das bedeutet, dass der Hund zu unserem Nutzen und Vorteilen von uns abhängig gemacht wurde. Meiner Meinung nach sind Hunde individuell zu betrachten, so auch der dazugehörende Mensch. Und ehrlich, wir alle essen auch mit den Augen und Empathie ist unverzichtbar.