Reisebericht von Tanya

MOGLIWOCHE vom 11. Bis 18.Mai 2018

Es ist schon wieder eine Weile her, seit ich in Rumänien war, doch die Erinnerung ist noch sehr präsent. Ich erzähle meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten immer wieder davon, wie toll diese Erfahrung für mich war.

Ich kenne die Pfotenhilfe noch nicht so lange, verfolge Sie über Facebook seit ca. 1 Jahr. Doch ich merkte schnell, dass dieser Verein seriös ist und das Wichtigste die Tiere sind. Ich wollte meine Ferien mal sinnvoll gestalten und nicht am Strand liegen und nichts tun. Also wurde der Wunsch, die Rubinos in Rumänien zu besuchen immer intensiver und ich wollte Sie wenigstens 1 Woche lang mit meiner Hilfe unterstützen. Als ich Sie fragte, ob ich zu ihnen reisen darf, kam da sofort: « ja sicher», «mir würde eus freue » . Also war’s für mich klar…ich musste dorthin 😀

Am 11. Mai 2018 war es dann endlich soweit. Mit einen riesen Koffer voller Mayo, Le Parfait, Schoggi, Abfallsäcken, Snacks für die Katzen und Hunde, einem gespendeten Hundebett und einer Barspende gings dann zum Flughafen. Ich war aufgeregt, denn ich kannte die Rubinos nur über die sozialen Netzwerke. Aber ich freute mich wahnsinnig auf all die Hunde und Katzen und natürlich die Familie.

Am Flughafen in Bukarest angekommen, sah ich die vier dann auch schon Es war eine herzliche Begrüssung und wir hatten schnell zu lachen, weil Jayden meinte es komme eine Frau mit einem Bart (gell Jayden Gehe da jedoch nicht weiter darauf ein , wer’s genauer wissen will, kann Gianni oder Martina gerne fragen Ich glaube er war erleichtert, dass es dann nicht so war (hahaha). Als wir dann losfuhren, gab es bereits viel zu erzählen. Die Jungs sprudelten nur so aus sich heraus. Sie erzählten mir von ihrer Schule, lustige Anekdoten von Gianni und Martina… Ich war begeistert, wie offen sie sind. Der sensible Damiano und mein Pumuckelchen Jayden. Ich schloss sie sofort in mein Herz. Wir sind dann noch einkaufen gegangen und endlich war es dann soweit! Ich bin mit lautem Gebell begrüsst worden. Es war überwältigend! Alle konnte man streicheln und liebkosen, ausser Evi hatte Mühe mit mir, gell Evi (hahaha). Wir wurden in dieser Woche keine Freunde mehr. Aber wer weiss, nächstes Mal vielleicht
.
Martina zeigte mir dann Haus und «Hof» und erklärte mir, wer wo mit wem zusammen ist, wie sie heissen. Tja…mit den Namen hatte ich dann auch einige Zeit so meine Mühe. Ich hatte Hunde und Katzen, bei denen ich mir den Namen sehr schnell merken konnte und andere wiederum musste ich immer wieder nachfragen (schäm) Man kann gar nicht allen so gerecht werden, wie man gerne möchte.

Am Abend sassen wir dann alle (Gianni, Martina, Miro, Bee, Akani, Tala, Fly, Wanja und ich) noch zusammen am Küchentisch (die einen unter dem Tisch oder auf meinem Schoss, gell Tala und Gianni und Martina haben mir viel von sich und der Pfotenhilfe erzählt, von ihren Erlebnissen und den ständigen Streitereien mit dem Nachbarn und den Behörden, was leider viel Energie und Zeit raubt, die die beiden viel lieber ihren Tieren widmen würden.

Ich durfte im Gästezimmer mit Katzenmama Moisha und ihre kleinen Babys schlafen. Herrlich, morgens um 05.00 Uhr von Moisha geweckt zu werden (hahahaha) Sie brauchte wahnsinnig viele Streicheleinheiten (und Futter!! , welches ich ihr aber beides sehr gerne gab, denn sie war grossartig zu ihren Kleinen. Mittlerweile schaut die Supermami ja auf ca. 13 Kitten, welche kein Mami haben!

Shiva, mein Schatz. Am Anfang bevor ich nach Bukarest flog, fragte mich Martina, ob ich auf dem Rückflug bereit wäre Shiva mitzunehmen. Ich lernte also meine Flugbegleitung kennen. Auch sie versorgte ich in dieser Woche mit Streicheleinheiten und «Gutzeli». Ich war so glücklich für Shiva, dass Sie mit mir zu Anna in die Schweiz fliegen durfte! Den Flug haben wir dann recht gut gemeistert zusammen. 😀

Am ersten Tag bin ich dann wieder von Moisha geweckt worden. Sofort ein paar Streicheleinheiten für Moisha und ihre Jungen, füttern und die Katzenkiste säubern. Dann zu Shiva, füttern, streicheln und Kistli sauber machen. Dann begab ich mich in den unteren Stock in die Küche zu Martina und Gianni. Ich war gespannt, was heute so alles zu tun war. Erstmal einen Kaffee und ein Schwätzchen.

Am Anfang wusste ich gar nicht so recht, was ich tun sollte. Ich wollte einfach eine Hilfe sein in dieser Woche und dort helfen wo’s nötig war.

Bald hatte ich aber den «Tagesablauf» etwas besser im Griff. Zuerst gings jeweils zu den Katzen auf den Dachboden. Dort war natürlich auch füttern, streicheln, spielen und putzen angesagt. Wir mussten den kleinen zum Teil Augentropfen geben, da die einen verklebte Augen hatten. Am Anfang stellte ich mich echt doof an. Ich hatte Angst, dass ich ihnen weh machen würde. Aber Martina hat mir dann gezeigt wie man das macht und dass man sie schon auch etwas fester halten darf 😀 (ich Memme)! So viele liebe und verschmuste Katzen und Kitten. Dafür braucht man seine Zeit, um alle zu versorgen und zu liebkosen. Aber das macht man sehr gerne, denn es kommt so viel von ihnen zurück. Da wäre zum Beispiel Willy, Peanuts (auch Nüssli genannt und Einstein, welche sehr anhänglich sind. Oder Mailo, der eher scheu war und jetzt ein zuhause in der Schweiz gefunden hat und total zutraulich und verschmust ist….und und und.

Als die Katzen versorgt waren, gingen wir zu den Hunden. Das war ein Gebell . Anfangs hatte ich noch etwas Respekt, denn ich kannte ja die Hunde noch nicht, merkte jedoch schnell, dass ich vor KEINEM Angst haben musste. Es sind alles wahnsinnig gute Seelen! Naja, Evi und ich ist eine andere Geschichte (hahaha).

Es ist erstaunlich, wie schnell man sich an alles gewöhnt hat. An die Scheisse im Gesicht, die Kratzer und blauen Flecken überall. All das ist soooo unwichtig, wenn man in diese Augen blickt und ihnen Gutes tun kann.

Ich habe sogar geheiratet mit Henley, inklusive Hochzeitstanz. Oder Tala die mir immer wieder ein Lied vorsang. Bee mein Goldschatz, die mir auf Schritt und Tritt folgte, naja vor allem in der Küche und beim Füttern . Miro der kleine Junge von Mami Angel. Angel durfte ja mittlerweile auch in die Schweiz fliegen. Dann Kimi, die sehr interessiert ist, aber sich nicht gerne streicheln lässt. Ich war überglücklich, als sie dies nach ein paar Tagen zuliess. Oder Akani, welche einen so köstlichen Silberblick hat .Fly, die gute Fly, die alle Babys und ihr Futter beschützt. Wehe, man will das Essen der Babys stehlen! Der muss erst an Fly vorbei, gell Elisa Ach und die verschmuste Elisa. Vom ersten Tag an habe ich mich in Sie verliebt. So eine gute, liebe und ruhige Hündin. Dann die Wanja mit dem dicken Bauch. Sie hat auch eine wahnsinnige Lebensgeschichte und ist so eine großartige Hündin! Nicht zu vergessen Martinas (und auch mein) strubeliger Schatz Gismo. Ein wunderschöner, liebenswerter Hund. Ich war so glücklich, als ich hörte, dass er zu Conny in die Schweiz darf! DANKE Conny, er hat es so sehr verdient.

Fidibus der Menschen liebt, aber keine anderen Hunde, oder Snowi, wo die Leute anfangs, als er noch ein Welpe war, so viel geschrieben haben; wie schön er sei und sie wären an einer Adoption interessiert. Tja und dann…plötzlich hat keiner mehr Interesse! Ich bin froh, dass Snowi jetzt bei Conny mal Schweizer Luft schnuppern darf und dann hoffentlich ein super tolles Zuhause findet! Nicht zu vergessen unser gutes Hausgeistli Nome, gell Martina. Sie ist die Schwester von Elisa. Nome ist immer und überall, aber immer mit dem nötigen Abstand. Wenn man sich zu ihr umdreht, dann weicht sie wieder einen Schritt zurück. Aber sie möchte trotzdem immer und überall mit dabei sein. Nicht zu vergessen Belara. Eine wunderschöne Schäfermischung, welche die Tochter von Nescha ist.

Es ist großartig, wenn sich Menschen dazu entschliessen, einen Hund oder eine Katze zu adoptieren. Mein Wunsch jedoch wäre, dass das Interesse wirklich echt sein sollte. All die Anfragen etc., welche die Moglis täglich sehr seriös beantworten, sollten bitte von echtem Interesse sein! Und bitte, ihr könnt Euch weder euren Partner noch Eure Kinder so backen, wie ihr es Euch vorstellt, genauso wenig könnt ihr dies bei einem Tier. Und es spielt doch absolut keine Rolle, ob sie weiss, schwarz, mit oder ohne Schwanz etc. sind! Denn eines ist sicher: SIE werden euch so oder so lieben, egal wie ihr ausseht!!!

Irgendwann Anfang Woche kam dann ein Mann mit seiner Katze und den 2 Jungen. Eigentlich waren es ja mal 5, aber er hat 3 verschenkt, wie er sagte. Er wolle die Katze kastrieren lassen. Die Jungen könnten wir behalten, aber die Mutter wolle er wieder, weil sie eine gute Mäusefängerin sei. Also nahmen wir die 3 zu uns. Nachdem die Mutter in der Klinik kastriert wurde und noch ein paar Tage zur Erholung dort blieb, mussten wir sie dem Mann zurückgeben. Die Babys blieben bei uns. Man merkt, dass die Menschen im Dorf langsam anfangen vertrauen zur Pfotenhilfe Mogli aufzubauen, was die Chancen erhöht, dass immer mehr Rumänen die Hilfe annehmen ihre Tiere kastrieren lassen oder eben, dass sie sie wenigstens bei der Pfotenhilfe Mogli abgeben, anstatt einfach zu töten oder auszusetzen.
Es kam dann der Tag, an dem wir in die Klinik fuhren. Wir mussten Shiva noch für ihre Reise in die Schweiz vorbereiten, die Katzenmama des Rumänen kastrieren lassen und ihre 2 Jungen untersuchen. Dort musste ich das 1.Mal weinen. Es brach mir das Herz, als ich einen jungen Hund, welcher an Parvo erkrankt war, dort in seinem kleinen «Käfig» liegen sah. Man wusste nicht, ob er es überleben wird. Oder die Katze, welche aus dem 8. Stock eines Hochhauses geworfen wurde, weil sie nicht mehr «erwünscht» war! Die 3 jungen Katzen, welche schon 1 Monate zusammen in einer kleinen Box in Quarantäne waren. Man würde sie so gerne sofort mitnehmen. Doch der Verstand sagt einem auch, dass es sein muss, damit sie gesund werden. Aber Herz und Verstand sind sich oft uneinig. Zu meiner grossen Freude durften sie unterdessen zu den Moglis Als wir dann noch zu den Geschwistern Nuka und Murphy gingen, die nicht miteinander, sondern untereinander im Käfig waren, war es um mich geschehen. Die beiden waren auch schon sooo lange in der Klinik. Als Martina und ich sie rausnahmen, waren sie so zappelig und glücklich. Wollten schmusen, spielen und beschnupperten sich gegenseitig. Endlich sahen sich die beiden ja auch mal wieder, denn sonst haben sie ja keinen Sichtkontakt zueinander, wenn sie übereinander liegen. Als wir dann ohne die kleinen gehen sollten, war ich wahnsinnig traurig. Es brach mir das Herz, sie zurücklassen zu müssen. Aber auch da bekam ich dann kurz nach meiner Heimreise Bescheid, dass auch sie beide endlich nach Hause zu den Moglis durften Meeega schön!

Ein Erlebnis für mich war dann auch noch, als ich zu den unvermittelbaren Hunden ins Gehege durfte. Ich hatte grossen Respekt vor Kowi. Aber Martina hat dann zu mir gesagt, ich solle reinkommen, sie werde auf mich schauen. Wie schön, Kowi und ich haben uns gegenseitig respektiert und ich versuchte sie einfach nicht allzu gross zu beachten und so nicht allzu sehr zu stressen. Es funktionierte! Wie schön! Für sie und die anderen 3 ist es sicherlich die beste Lösung bei Martina und Gianni im grossen Garten leben zu dürfen. Dort «müssen» sie nichts, sondern «dürfen» einfach, wenn sie wollen. Sie können in Ruhe leben und keiner stellt Anforderungen an Sie.

Der letzte Tag…die Woche verging wie im Flug. Klar freute ich mich, meine Familie wieder zu sehen und ich freute mich für Shiva, dass sie endlich in die Schweiz fliegen durfte! Ich war auch etwas nervös. Hoffte das Shiva nicht zu angespannt war und die Reise gut überstehen würde.

Ein Highlight gab es dann noch einen Tag bevor ich nach Hause flog: NALA durfte endlich nach Hause! Was sie schon alles erlebt hat und durchstehen musste! Die Geschichte von ihr hat mich sehr sehr berührt. Umso schöner, dass Sie nach langem Klinikaufenthalt nach Hause zu den Rubinos durfte. Sie braucht sehr viel Zeit und ich hoffe sehr, dass sie irgendwann wieder Lebensfreude verspürt. Aber wenn es jemand schafft, dann die Rubinos! Sie haben so viel Liebe und Geduld für diese Tiere!
Ich möchte auch Damiano und Jayden danke sagen! Danke, dass es für sie so selbstverständlich ist, mit den Tieren zu leben. Sicher auch nicht immer einfach, denn Mami und Papi brauchen viel Zeit für die Tiere. Aber ihr meistert das großartig! Und was mich so sehr beeindruckt hat, sie wissen ganz genau wann welche Hunde wo sein dürfen und wo nicht. Wer zusammen sein darf und bei welchen es nicht geht. Ich konnte die beiden immer fragen, wenn ich mal wieder unsicher war. DANKE dafür ihr zwei!

Es war eine soooo tolle, spannende Zeit mit Euch! Ich habe mich sofort wohl gefühlt. Wir haben zusammen wunderbare Gespräche geführt, gelacht, gestaunt geweint und gewitzelt. Danke für Eure Gastfreundschaft! Ihr seid wirklich super tolle Menschen und für mich wahre Tierfreunde. Ich bewundere Euch dafür, dass ihr mit Eurer ganzen Liebe und eurem Herzen dabei seid, dabei aber immer den nötigen Abstand (auch für euch als Schutz), habt. Das muss man erst mal alles verarbeiten können, was tagtäglich passiert! Hut ab! Tagtäglich sind sie mit ganzem Herzen und ihrer Seele für die Tiere da, ohne Wenn und Aber. Keinen Tag frei, keine Ferien. DANKE Euch für Euer Engagement!!  

DANKE DANKE DANKE und ICH komme wieder! ❤️❤️❤️❤️